Dass das 300. Wiener Derby am 18. Februar nur im Pay-TV läuft, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben – der ORF sieht an diesem Spieltag ja in die Röhre.
sky hat nun verkündet, die Partie zwischen Rapid und Austria in HD und auch in 3D zu übertragen.
Dem nicht genug, wird das Spiel für alle Kunden von UPC Digital TV freigeschalten. Die Anmeldung für die kostenlose Freischaltung ist bis 16. Februar hier möglich.
Die folgende Kanäle werden dann am 18. Februar zwischen 18 und 21 Uhr freigeschalten:
Sky Sport Austria: Konferenzschaltung des 21. Spieltags
UPC Kanal 755
Sky Sport 2: Rapid Wien – Austria Wien
UPC Kanal 757
Sky Sport HD Extra: Rapid Wien – Austria Wien in HD
UPC Kanal 753
Sky 3D Promotion: Rapid Wien – Austria Wien in 3D
UPC Kanal 749
Rapid gibt´s jetzt auch auf twitter. Seit wenigen Tagen ist der Account freigeschalten, rund 300 Menschen folgen den Hütteldorfern bisher (Stand: 20. 1., 14:25 Uhr).
Die Tweets gehen bis in den Dezember zurück, doch erst jetzt ist man “offiziell” im Netz.
Originalartikel vom April 2011:
Rapid ist auf facebook gelandet. Endlich, möchte man sagen. Denn während sich zahlreiche Klubs bereits seit geraumer Zeit im derzeit populärsten Social Network der Welt bewegen, haben sich die Grün-Weißen aus Wien Zeit gelassen.
Es ist schon einige Zeit her, dass ich hier an dieser Stelle “Rapid wird sozial” getitelt habe. Allerdings: Auf eine twitter-Präsenz verzichtet man vorerst. So müssen sich Leser mit Sinn für Humor mit dem Fake-Account @SK_Rapid_Wien zufrieden geben. Auch Rapid Lienz kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.
Rapid auf facebook.
Nun ist man auf facebook online – und hat binnen weniger Tage und trotz des Osterwochenendes, an dem traditionell mehr gegessen und getrunken als gesurft wird, über 23.000 Fans (Stand: Ostermontag, 11:30 Uhr) gewonnen.
Das Ziel ist ambitioniert: 100.000 Fans wollen die Hütteldorfer im ersten Schritt auf ihre grafisch gelungene facebook-Seite locken. Da soll unter anderem das “MEGA VIP”-Gewinnspiel helfen, bei dem der Gewinner die Mannschaft “hautnah” zu einem internationalen Auswärtsspiel begleiten darf.
Und sonst?
Die Macher versuchen, den Fans einen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren. Kurz-Interviews mit Spielern und Trainer, Andy Marek, dem man durch den Spielertunnel auf den Rasen folgt – oder (nach HSV-Vorbild) Fotos aus der Kabine, wo die Flipchart mit Kader bzw. Aufstellung fürs aktuelle Spiel steht.
Rapid sieht den facebook-Auftritt als “sinnvolle Ergänzung zur offiziellen Vereinshomepage”. Ob er das wirklich wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Das ist jetzt nicht die große Überraschung. Aber dennoch: Im Rahmen des Fußball-Forums im Wiener Ernst-Happel-Stadion spricht Rapid-Manager Werner Kuhn über das wirtschaftliche Gebaren der Grün-Weißen.
In aller Kürze ein paar Fakten – bei 90minuten.at kann man den ganzen Tag live mitverfolgen, was sich gerade tut.
Rapid hat 10.600 Jahreskarten-Besitzer, 6.500 Mitglieder, 7.200 Fanclub-Mitglieder und 4.100 “Greenies”, also die allerjüngsten unter den Rapid-Fans
In der Saison 2009/10 scheffelten die Hütteldorfer 3,5 Millionen Euro
Etwa 7 Millionen Euro lukrierte man im Jahr 2011 an Erlösen aus Sponsoring-Verträgen
Rapid setzt jährlich etwa 21 Millionen Euro um, mit Europa League steigt dieser Betrag auf stattliche 30 Millionen
“Wir haben das Image des Arbeitervereins abgelegt, um für die Wirtschaft interessanter zu werden.”
Sagt Werner Kuhn.
Die Vermarktung des Stadion-Namens nach dem geplanten Umbau sei “am Ende des Tages” übrigens eine Möglichkeit, “derzeit aber kein Thema.”
Ursprünglich hätte es zum Fußballsonntag einen “Teil 2″ geben sollen. Nachdem sich die anderen drei Programmpunkte (Chelsea – ManUnited, Austria – Ried sowie Talk & Tore) aber als mäßig spannend erwiesen haben, fällt dieser kurzerhand aus.
Ursprünglicher Artikel:
Fazit nach 92 Minuten:
Schon lange nicht mehr so eine schwache Performance von Sturm Graz gesehen, schon gar nicht im eigenen Stadion - wobei ich natürlich nicht für mich in Anspruch nehmen kann, alle Sturm-Spiele der letzten Jahre gesehen zu haben.
Eineinhalb Torchancen sind zu wenig gegen Rapid.
Eine leidenschaftslose Darstellung gegen den so genannten “Erzrivalen” reicht nicht.
Rapid glänzte nicht, hatte das Spiel aber unter Kontrolle.
Joachim Standfest: “Wir sind noch eine neu zusammengewürfelte Mannschaft, das hat man heute gesehen. Wir sind noch nicht so weit, wie wir geglaubt haben.”
Mal schauen, ob das zweite Spiel des Tages attraktiver wird.
Bilder: Christian Knass
Fazit zur Halbzeit:
Rapid hat mehr vom Spiel, kommt bereits nach wenigen Minuten zu einer guten Gelegenheit, doch Sturm-Keeper Christian Gratzei reagiert blendend.
Sturm schießt nur ein einziges Mal auf Tor – in der ersten Minute.
Foda stellt knapp zehn Minuten später ein wenig um, Imre Szabics und Roman Kienast bilden die Doppelspitze. Im zentralen Mittelfeld werken Samir Muratovic und Manuel Weber.
Standfest ist einfach nicht gut. Wenig verwunderlich, dass es die Wiener meistens über dessen Seite probieren.
Rapid spielt bislang besser, vor allem Kavlak (rechts, muss nach 34 Minuten angeschlagen vom Feld, für ihn kommt Christopher Trimmel) und Christoph Saurer (links) fallen durch besondere Spielfreude auf.
Steffen Hofmann spielt zentral. Das ist auch gut so. Teilweise attackiert der deutsche Spielmacher die Sturm-Verteidiger schon, wenn diese von hinten das Spiel aufbauen wollen.
Die Hütteldorfer attackieren aggressiv, gehen mitunter zu zweit auf den ballführenden Spieler von Sturm.
Nach knapp 40 Minuten jubelt Grün-Weiß. Flanke von Saurer, Jürgen Patocka hält den Kopf hin und versenkt den Ball zum 0:1 im Tor der Grazer. Gordon Schildenfeld schüttelt entgeistert den Kopf. Sturms Fankurve singt irgendwas von asozialen Wienern, die unter Brücken schlafen und schenkt dem zum Eckball antretenden Hofmann freundlicherweise große Teile ihres Plastikgebindes (etwas, was es außerhalb von Graz in dieser Form sonst nur im Hanappi-Stadion gibt).
Positiv: Das Spiel ist bisher nicht gehässig oder unfair.
Dem Krisengeheul rund um Rapid entkommt derzeit fast keine Website, kein Blog, keine Tageszeitung. Wie, warum und wieso die Grün-Weißen so schlecht in die Saison gestartet sind (als wäre das etwas Neues…) erhitzt die Gemüter.
Krise. Wie das schon klingt. Nach 180 Bundesliga-Minuten. Oder, wie Kollege Markus Zottler von Sturm12.athier sinngemäß anmerkt: Man sollte jetzt auch nicht auf den Gedanken kommen, Sturm Graz schon als Meister zu feiern, weil die Blackies sechs Zähler auf dem Konto haben.
Na eben.
Die aktuellen Ergebnisse sind eine Momentaufnahme. Nach mehreren Wochen Training bei teils brütender Hitze kommen die einen besser, die anderen schlechter aus den Startblöcken. Rapid-Trainer Peter Pacult ist seit Jahren bekannt, seine Spieler in der Vorbereitung nicht zu schonen.
Das Resultat ist, dass seine Mannschaft meist wenig spritzig in die Saison startet, sich steigert und – mit freiem Auge erkennbar – konditionell über alle anderen zu stellen ist. Manchmal geht das gut (wie beim Meistertitel 2008), manchmal reicht es eben nicht (Plätze 2 und 3 in den Folgejahren mit vier bzw. drei Punkten Rückstand auf den Meister).
Der Punkt ist ein ganz anderer – und ein altes Thema: Warum müssen sich Fußballer, die hierzulande ihr Geld verdienen, in fünf bis sechs Wochen die Grundlagen für ein halbes Jahr antrainieren? 19 Runden werden bis 11. Dezember gespielt, die (erhoffte) Europa League bringt weitere Spiele und dauert bis knapp vor Weihnachten.
Zum Vergleich: Die Skirennläuferinnen Marlies Schild & Co starteten Anfang Juni in der Therme Geinberg mit dem ersten Konditionskurs für die kommende Saison – und diese beginnt Ende Oktober.
Deutsche Bundesligisten oder englische Premier-League-Klubs befinden sich seit Wochen auf Trainingslager oder Testspiel-Touren für die Mitte August startende Spielzeit.
Ja, Rapid startete schlecht in die Saison – wie andere Klubs auch (wenn bei manchen aber immerhin die Resultate stimmten). Und ja, man darf natürlich die Frage stellen, ob der eine oder andere Transfer kurzfristig tatsächlich eine Verstärkung sein kann. Aber es geht hier nicht um Rapid.
Denn ohne Zweifel sind die terminlichen Rahmenbedingungen für die Klubs zu hinterfragen. Von einer Ganzjahresmeisterschaft wage ich hier gar nicht zu träumen. Es konnte mir bisher ja noch immer niemand erklären, was gegen eine zumindest bisschen längere Sommerpause spricht.
Die österreichische Bundesliga und der TV-Vertrag. Ein Thema, das uns in den nächsten Wochen noch sehr beschäftigen wird. Bis nächsten Freitag läuft die Ausschreibung im Zuge der Rechtevergabe ab der Saison 2010/2011.
Als die Vereine der Bundesliga vor einigen Wochen den bereits ausverhandelten Vertrag mit sky sport austria kippten, wurde dies unter anderem damit begründet, dass weniger Spiele im Free-TV automatisch weniger Werbewert für die verschiedenen Klubsponsoren bedeuten. Doch das stimmt nur bedingt.
“Eine generelle Aussage daher zu treffen, dass mehr Pay-TV weniger Werbewert für Sponsoren zur Folge hat, ist nicht zulässig”, schreibt Michael Fiala im Branchenblatt medianet.
So berichtet Fiala von einer Untersuchung von Sport + Markt im Auftrag von sky Deutschland. Rund 29 Prozent der Pay-TV-Konsumenten konnten sich damals “an vier oder mehr Trikotwerber erinnern”, bei den Zusehern der Sportschau (ARD) waren es lediglich 11 Prozent.
Wer sich ein Pay-TV-Abo der Deutschen Bundesliga leistet, sieht deutlich länger Fußball und kann sich daher auch besser an die Sponsoren erinnern. Das ist zwar nicht mit Zahlen zu belegen, doch liegt es auf der Hand, dass Pay-TV-Seher pauschal gesehen Fußball konzentrierter verfolgen – sie haben dafür ja auch bezahlt. (Michael Fiala, medianet)
Was Sponsoren mit ihrem Engagement in der Regel bewirken wollen – Zuseher sollen zu Kunden werden – hat also nicht zwingend damit etwas zu tun, ob nun zwölf oder 36 Spiele pro Saison im Free-TV zu sehen sind. Zur Erinnerung: in Deutschland sind es gerade mal zwei.
Dass in sämtlichen Diskussionen rund um die Rechtevergabe das simple Wörtchen “Internet” wenig bis gar nicht zur Sprache kam, zeigt, dass es für Klubs und Liga noch ein weiter Weg ist, um den idealen Medienmix zu finden.
Denn gerade mit Online-Medien und attraktiven, mobilen Inhalten ließen sich Fußballfans dort erreichen, wo sie sich gerade aufhalten. Und das wäre für Werber und Sponsoren von wohl unschlagbarem Wert.
Wie ORF und der Boulevard mit zwei unterschiedlichen, aber ganz sensiblen Themen umgehen.
“Schau dir die bengalischen Feuer an. Das ist Stimmung.” Andreas Goldberger hatte am Dreikönigstag sowas von Recht. Denn was in Bischofshofen beim Finale der Vierschanzentournee abging, war wieder mal erstklassig. Da passte dann auch das Ergebnis. Tagessieg an Thomas Morgenstern, Gesamtsieg an Andreas Kofler.
Der ORF-Kommentator schwieg, als Goldberger von der Pyrotechnik schwärmte. Ein Zufall? Denn seit 4. Jänner ist der Gebrauch von pyrotechnischen Gegenständen im Rahmen von Sportveranstaltungen strikt verboten. Was zuerst eine “Lex Fußball” zu werden drohte, wurde letztlich auf alle Sportevents ausgeweitet.
In Bischofshofen flogen unmittelbar nach Gregor Schlierenzauers zweitem Sprung einige Bengalen in den Auslauf. Nicht auszudenken, welches Drama der ORF daraus gemacht hätte, wäre dies im Rahmen eines x-beliebigen Fußballspiels in der Bundesliga geschehen.
Spaßig – obwohl es die Angelegenheit wahrhaftig nicht ist – gibt sich die Tageszeitung Österreich am Donnerstag. Auf Seite 14 berichtet man über den Prozess gegen 93 Rapid-Fans, schreibt im Bildtext:
“Rechts: Einpeitscher Oliver P. Links: Der harte Kern des Rapid-Anhangs beim Angriff im Mai.”
Dumm nur, dass der gezeigte Herr nicht Oliver P. ist. Weniger dumm, sondern schon beinahe skandalös, dass das kleinere Bild nicht den “Angriff im Mai” zeigt, sondern einen von vielen Märschen der Rapid-Fans zum Wiener Derby im Horr-Stadion.
Jetzt ist es also fix. Was schon vor einigen Tagen berichtet wurde, wurde am Freitag offiziell bestätigt. Der Free-TV-Kanal Puls4 steigt mit dem zweiten Spieltag der Europa League groß ins Fußball-Live-Geschäft ein. Das Auswärtsspiel von Rapid Wien (am Donnerstag 3:0-Sieger über den HSV) bei Celtic Glasgow am 1. Oktober wird nämlich live übertragen. Und das in Kooperation mit sky.
“Produziert wird das Live-Spiel komplett von sky, die innerhalb der Kooperation mit Puls4 erstmals auch für das Free-TV in Österreich produzieren. sky-Moderator Thomas Trukesitz führt durch die Sendung”, heißt es in einer Presseaussendung. Als Experten begleiten Hans Krankl und Otto Baric durch den Abend. Kommentator ist Erich Auer.
Im Anschluss an das Live-Spiel zeigt Puls4 ab 23:05 Uhr Highlights aller anderen Spiele mit österreichischer Beteiligung. Die Übertragung aus Glasgow beginnt um 20:30 Uhr. Anpfiff in Schottland ist um 21:05 Uhr MEZ.
Im Juli hieß es zunächst einmal Mattscheibe in Wien-Hütteldorf. Denn in der ersten Runde der Bundesliga wurde die Partie zwischen Rapid und Sturm Graz abgesagt. Continue reading →
Nach den Jubiläumsspielen gegen Schalke 04 und Liverpool FC überlegt man bei Rapid, sich ab sofort jedes Jahr mit einem prominenten Gegner selbst zu beschenken. Ein Umstand, der von Fans kontrovers diskutiert wird. In Graz hofft man wohl, dass nicht erneut ein Bundesliga-Spiel verschoben wird.
Knapp 50.000 Fans sahen das Spiel zwischen Rapid und Liverpool sehen, 17.500 verfolgten die Partie der Grün-Weißen gegen Schalke. Dazwischen kamen wenigstens 13.500 Menschen zum Hinspiel in der Europa League gegen Schkodra.
Rapid ist dieser Tage omnipräsent. Der ORF zeigte beide Jubiläumsspiele live im TV. Tags darauf brachte Radio Wien zur Mittagszeit eine Sondersendung über den aktuellen Vizemeister. Einen Tag später erklärte Klub-Präsident Rudolf Edlinger, er könne sich vorstellen, ab sofort jedes Jahr eine Top-Mannschaft nach Wien einzuladen.
Gefeiert wurde wie in der Champions League
Kein Wunder, immerhin soll Rapid dank Schalkes und Liverpools Hilfe rund 600.000 Euro eingenommen haben. Im Rahmen der Testspiele wurde eifrigst die Werbetrommel für Dressen und die anstehenden Heim- und Auswärtsspiele gerührt. Schals und Leiberln gingen weg wie die warmen Semmeln. Nach dem 1:0 gegen Liverpool wurden die Rapid-Spieler gefeiert, als hätte Grün-Weiß soeben die Champions League gewonnen. Die Bilder wurden – dem FC Liverpool sei Dank, dem klarerweise das internationale Interesse galt – live in 25 Länder übertragen. Für Rapid ein kaum zu bezahlender Werbeeffekt.
In Online-Foren wie Du-bist-Dein-Sport.at, rapidfans.atund anderen regt sich allerdings Unmut über die Ideen von Edlinger. Nicht nur bei Anhängern anderer Klubs, denen der Party-Marathon anlässlich des 110. Jubiläums ohnehin ein Dorn im Auge ist, sondern auch bei jenen, die dem grün-weißen Lager zuzuordnen sind. Man solle es nicht übertreiben, da die letzten Wochen die Geldbörse ohnehin schon genug strapaziert hätten, ist eine Meinung von vielen.
Kommerz hin oder her – die Kasse stimmt!
Wo der im Fußball viel zitierte Kommerz beginnt und Rapid – das sich in den letzten Jahren stets als letzte Bastion im Kampf gegen die finanzielle Übermacht anderer Vereine positioniert hat – dieses Spiel mitmacht, daran scheiden sich die Geister. Die Hütteldorfer scheinen jedenfalls an Tests mit prominenten Gegnern Gefallen gefunden zu haben. Wohl auch, weil diese auf einen Schlag mehr Geld einbringen als zehn Vorbereitungsspiele gegen Landesligisten.
Klubs wie Manchester United und Chelsea, von denen Edlinger für 2010 träumt, haben Spiele in der Vorbereitung längst als lukrative Einnahmequelle erkannt. Liverpool kam wohl nicht nach Wien, weil ihnen die Stadt so gut gefällt, sondern weil die Kasse stimmt. Von der Asien-Tour, die unmittelbar nach Schlusspfiff im Prater startete, ganz zu schweigen.
“Feuerwehrfest” in Graz
Was Rapid derzeit fast bis zum Exzess betreibt, wünscht man sich bei Sturm Graz zumindest ansatzweise. Die Grazer feiern heuer ihren 100. Geburtstag, hatten Werder Bremen zu Gast, drapierten rund um das Spiel Miss-Wahlen, Bieranstich und andere Lustbarkeiten. Dies sei am ehesten mit einem Feuerwehrfest zu vergleichen, schrieb der Fan-Blog Sturm12.at.
In der steirischen Hauptstadt blickte man zum Bundesliga-Auftakt durch die Finger. Das erste Spiel der neuen Saison hätte den Grazern ausgerechnet Rapid Wien beschert. Die Rapidler spielten aber lieber gegen Liverpool – koste es, was es wolle. “Ich hab klipp und klar gesagt: Wenn ihr uns den Termin nicht genehmigt, treten wir gegen Sturm nicht an! Dann wäre das Match eben mit 0:3 gewertet worden und wir hätten trotzdem gegen Liverpool gespielt”, wird Rudolf Edlinger in der SportWoche zitiert. Geht´s noch?
Kritische Betrachtungen unerwünscht?
Man lenkte ein, das Spiel gegen Sturm wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Nicht ganz so flexibel, aber genauso herrlich provinziell, zeigten sich die Vereine an einer anderen Front. Sturm12.at wurde als so genannte “Klub-Homepage” der Bundesliga-Ausweis – eine Dauerakkreditierung, mit der der Zutritt in jedes Stadion möglich ist – per Manager-Beschluss verwehrt.
Dass Sturm12.at ja auch die Gegner der Blackys beleuchtet und über die Geschehnisse in der Liga kritischer berichtet als so manches Tagesmedium, scheint egal zu sein. Oder nicht erwünscht?
„Du provozierst in Deiner Berichterstattung über Rapid mehr als – wenn überhaupt – bei anderen Vereinen“, schreibt mir ein lieber, dem SK Rapid alles andere als abgeneigte, Kollege aus dem Hause Mamma Media.
Anlass dafür war der Artikel „Pacult: Lautern noch nicht vom Tisch“. Darin geht es im wesentlichen um das nach wie vor bestehende Interesse des deutschen Zweitligisten am Erfolgstrainer der Hütteldorfer.
Nachdem Bruno Labbadia (Wunschkandidat Nummer eins) und Franco Foda (Wunschkandidat Nummer zwei) dem Vorstandschef der Pfälzer, Stefan Kuntz, binnen weniger Tage absagten, ist Pacult neben anderen Trainern also wieder ein Thema.
Das ist kein Herbeischreiben irgendwelcher sensationsgeilen Headlines oder eine Provokation (welche? wozu?) in irgendeine Richtung, sondern im Prinzip logisch.
„Kommt Zeit, kommt Trainer“, schreibt der FCK-Blog. Seit einem Monat steht der Kultklub vom Betzenberg ohne Übungsleiter da. Pacult, der „harte Hund“, ruft bei den Fans, die sich auf diversen Plattformen austauschen, wenig Begeisterung hervor. Man kann es ihnen nicht verübeln.
Das Image, das sich der heimische Fußball in den letzten Jahren mit aller Konsequenz aufgebaut hat, ist ein mäßig gutes. Und auch an Kurt Jara, der die Pfälzer vor einigen Jahren coachte, haben die Anhänger der Roten Teufel nicht die besten Erinnerungen.
Wie auch immer. Die nächsten Wochen werden entscheiden, wie es bei Lautern (und möglicherweise bei Rapid) weiter geht. Eine Provokation sehe ich nach wie vor nicht. Es gibt genau einen Menschen, der in Wien allen Spekulationen ein Ende setzen könnte.
Peter Pacult.
Er selbst war es, der sich via Kurier bei Lautern ins Gespräch gebracht hat und der in den Tagen danach nie dementierte. „Es gibt nichts zu kommentieren“ war schon das einzige, was man dem Wiener entlocken konnte.
Er könnte sagen: „Es gibt keinen Kontakt mit Kaiserslautern. Ich bleibe bei Rapid.“ Er tut es nicht. Will er nicht? Oder kann er nicht, weil es schlicht nicht die Wahrheit wäre?