Category: Onlinejournalismus

Das Umfeld gilt als gut informiert

(c) Daniel R. Blume from Orange County, California, USA

Bei der Lektüre dieses Artikels musste ich erst schmunzeln – und fühlte mich einen Augenblick später ertappt.

Fiete Stegers, freier Journalist und Grimme-Award-Preisträger 2003 für das Portal onlinejournalismus.de, schreibt in einem aktuellen Beitrag über die Formulierung “gilt als”.

“Gilt als” sei schlechte Journalistensprache, titelt Stegers.

Häufig soll das “gilt als” aber verschleiern, dass es gar keine nähere Quelle für diese Einschätzung gibt – oder dass sie verschwiegen wird, weil der Schreiber/Sprecher ihr selbst nicht traut. Ein “gilt als” – diese leichte Distanzierung verleiht dem Journalisten den Anschein von Objektivität, während zugleich die beschriebene Zuschreibung durch nicht näher definierte Autoritäten schon fast umumstößlich ist.

Wie oft habe ich selbst schon “gilt als” geschrieben? Wohl unzählige Male. Beispiele aus dem Sport gefällig?

Trainer X gilt als großer Fan von Spieler Y.

Der Coach gilt als möglicher Nachfolgekandidat.

Er gilt als begnadeter Motivator.

Scheich XY gilt als spendabel.

Spieler X gilt als größtes Nachwuchstalent aller Zeiten.

Trainer M. gilt als Transferkönig.

Stegers schreibt, der Journalist nutze “gilt als”, weil er zu faul sei,

genauer anzugeben, für wen oder unter welchen Voraussetzungen A als B gilt.

Stegers verweist außerdem noch auf die gängige Formulierung der “politischen Beobachter”,

die der Journalist im Zweifel alles sagen lassen kann, was er will und sich unter eigenem Namen nicht traut.

Ich füge noch hinzu:

Experten.

Insider.

Kritiker.

Das (persönliche) Umfeld.

Gut informierte Kreise.

Diese kann der Journalist anführen, wenn er sich selbst nicht sicher ist. Und diese wissen immer Bescheid.

Im Extremfall kann es aber auch heißen: “Experten wollen wissen, dass…”

Alles klar?

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Print vs. Online: Ist das gedruckte Wort wertvoller?

Wie Onlinejournalismus von der Print-Seite gesehen werden kann, zeigt ein Beitrag auf onlinejournalismus.de.

Ich habe einen der darin verlinkten Blogposts von Stefan Niggemeier vor ein paar Tagen schon getwittert. Die Kollegen von onlinejournalismus.de weisen im Zuge dessen auf ein Thesenpapier der “Nationalen Initiative Printmedien” hin.

Ein Auszug:

“Junge Menschen lesen heute immer weniger Zeitungen und Zeitschriften. Im Zentrum ihrer Mediennutzung stehen elektronische Angebote. Mit dieser bereits seit langem zu beobachtenden Entwicklung geht ein signifikanter Rückgang des Interesses von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an politischen und gesellschaftlichen Fragen einher. Das ist der Demokratie langfristig abträglich.”

Aha. Elektronische Angebote gefährden also die Demokratie, gedruckte Produkte sind der Heilsbringer.

Schon letzten Dezember stellte Andreas Grieß in seinem Blog “10 provokante Thesen zu gedruckten Zeitungen” auf. Eine davon:

“Dadurch, dass Printzeitungen häufig im Abo genutzt werden, verleiten sie im Gegensatz zu digitalen Medien stark dazu, sich aus nur einer Quelle (im entsprechenden Medium) zu informieren. Fast alle sehen unterschiedliche TV-Sender, kaum einer liest zwei Zeitungen.”

Wenn dem so sein sollte, wäre nicht auch dies “der Demokratie langfristig abträglich”?

Es mag verständlich sein, dass Print-Verleger ihre Felle davon schwimmen sehen. Wenig verständlich ist die Ignoranz gegenüber Online-Medien. Punkt Eins des oben angeführten Thesenpapiers:

“Zeitungen und Zeitschriften bleiben im Internetzeitalter politische Leitmedien.”

Dass auch Online-Medien diese Funktion erfüllen könnten, kommt anscheinend niemandem in den Sinn. Dabei kommt es letztlich auf die Inhalte an, nicht auf die Verpackung. Oder ist ein gedrucktes Wort wertvoller, bloß weil es gedruckt ist?

Stefan Niggemeier schreibt:

“Ich habe nicht Print-Journalismus gelernt, sondern Journalismus. Was soll das überhaupt sein, „Print-Journalismus”? Und was würde eine Ausbildung zum „Onlinejournalisten”, falls es das gibt, minderwertig machen? Dass die Texte nicht auf Papier gedruckt werden? Dass der Autor in viel stärkerem Maße erfährt, welche Resonanz seine Texte haben? Oder doch nur, dass seine Artikel nicht von Kulturstaatsministern gelesen werden, weil für die, natürlich, nur zählt, was in der Zeitung steht?”

Keine weiteren Fragen.

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ManUnited und twitter: Rechtsexperten äußern Kritik

Wie Georg Mahr bereits hier kritisierte, hat Englands Spitzenklub Manchester United das twittern von Pressekonferenzen untersagt.

Das Branchenmagazin SPONSORs zitiert nun den Sportrechtsexperten Karl Hamacher, der das Vorgehen der Red Devils kritisch beäugt. Hamacher bezeifelt, dass “ein Verein problemlos erst die Medienvertreter einladen kann und es ihnen damit gestattet, von der Pressekonferenz zu berichten, um ihnen dann zu verbieten, dies via Twitter zu tun.”

Es stehe schließlich “jedem Journalisten frei, Twitter oder andere Medien zu nutzen, um Eindrücke von einer Pressekonferenz wiederzugeben. Eventuell wäre es mit Hausrecht vereinbar, den Journalisten vorzuschreiben, erst zu einem bestimmten Termin von einer Pressekonferenz zu berichten.”

Doch, wie SPONSORs schließt, “mache das in der Praxis wenig Sinn, denn schließlich kann der Verein schon den Termin der Pressekonfernez selbst bestimmen.”

In die Kritik stimmte zuletzt auch Meedia ein: “Solange Pressekonferenzen nicht live übertragen werden, haben Meldungen via Twitter in der Tat einen unschlagbaren Geschwindigkeitsvorteil. Die Frage ist aber, warum traditionelle Medien nicht selbst Twitter nutzen, anstatt für eine zunehmend fadenscheinige Exklusivität ihrer Berichte zu kämpfen.”

“Auch juristisch könnte der Twitter-Bann angezweifelt werden. Zwar dürfen Profi-Vereine den elektronischen Medien Lizenzen verkaufen und Art und Umfang der Berichte auf diesem Weg reglementieren, ob Twitter-Updates mit diesem Argument verboten werden dürfen, ist jedoch eine offene Frage.”

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KURIER für den iPad: Ab Oktober drei Ausgaben pro Tag

Obwohl er eigentlich gegen die Dauerbefeuerung im Web ist, gibt Christoph Kotanko, langjähriger Chefredakteur des Kurier und mittlerweile Oberbeauftragter für den “Kurier ohne Papier”, nun digital Gas. Für den iPad wird eine neue App auf den Markt geworfen.

So gibt es künftig drei Kurier-Ausgaben im Laufe des Tages: Morgens, Mittags und Abends.

Die App ist nicht gratis. Bis Jahresende sollen rund 10 Euro eingehoben werden, danach gibt´s ein Abo-Modell. Los geht´s ab Oktober.

Quelle: Medien Manager

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Manchester United verbannt Twitter von seinen Pressekonferenzen. Warum?

- ein Gastkommentar von Georg Mahr

Manchester United today became the second EPL club to ban tweeting during press conferences. The clampdown appears to have come about on the back of TV/radio journalists complaining on the unfair advantage this gives as takes longer for their content to get out.”

Quelle: The UK Sportsnetwork

Die Tradionalisten der Medien beschweren sich also über den unfairen Vorteil, den Onlinejournalisten hätten, wenn sie Infos so schnell über ihre Kanäle schicken können. Kanäle wie Twitter. Hat also auf einmal Radio oder TV das Vorrecht auf die Erstkommunikation von Informationen?

Ich sage Nein. Jedes Medium hat seine Vor- und Nachteile. Während ein Printjournalist in seinem Artikel den Platz und die Möglichkeit hat, Hintergrundinformationen für das lesende Auge exzellent aufzubereiten, hat das Fernsehen die Möglichkeit Bewegtbilder zu senden. Im Radio kann gesprochen und diskutiert werden und in den Onlinemedien können Infos so schnell wie sonst nirgendwo verbreitet werden.

Nicht jedes dieser Medien muss also alle Aufgaben erfüllen. Es reicht, wenn man die Nische, die man hat, ausfüllen kann. Nicht jede Zeitung, nicht jeder kleine Sender muss ein Team für eine Pressekonferenz entsenden. Die Info erreicht die Menschen auch über andere Wege, denn der Kuchen ist einfach nicht groß genug für alle. Vor allem wenn auch MUTV seine Interessen hat, wie Daniel Rehn treffend bemerkt.

Der Club behindert durch das Verbot von Twitter Kommunikation. Manchester United möchte sie also nicht nur einschränken, sondern auch blockieren.

Wenn wir es nicht kontrollieren können, müssen wir es vernichten.

Das könnte in den Köpfen der Verantwortlichen herumschwirren. Es kann aber nicht funktionieren. Fast jeder Journalist hat heutzutage ein Smartphone. Hat die Möglichkeit in Sekundenbruchteilen Informationen mit der ganzen Welt zu teilen.

Soll jeder Journalist sein Smartphone, seinen Laptop am Eingang abgeben? Soll das Internet blockiert werden? WLAN- oder UMTS-Störsender? Eine Blockade kann in diesem Fall nicht funktionieren. Einzig eine Flut an Klagen wegen “Veröffentlichung von Informationen zu unpassenden Zeitpunkten” können vielleicht den ein oder anderen Journalisten einschüchtern.

Ihr merkt, wie absurd das ist.

Also liebe Red Devils aus Manchester, nutzt die neuen Medien, verbietet sie nicht. Und damit meine ich nicht, eine Facebook-Seite zu haben, um Content rauszublasen – lasst Social Media wirken, lasst los. Die Ära der papierexklusiven Medien ist vorbei. Get over it, Lads!

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stern.de: Diskutiert wird nur mehr auf facebook

Nochmal stern.de.

Vor ein paar Tagen berichtete ich hier an dieser Stelle vom inhaltlichen Relaunch des Nachrichtenportals. Nun lese ich bei Dirk von Gehlen, dass stern.de die Kommentarfunktion komplett zugunsten des facebook-Auftritts aufgegeben hat.

“Ja das stimmt, wir haben uns vor kurzem entschieden, die Kommentarfunktion auf stern.de vorerst nicht mehr anzubieten”, sagt Katharina Rathert, Produktmanagerin bei stern.de.

Grundsätzlich finde ich die Art des Aufrufs zur aktiven Teilnahme an der Diskussion gut.

“Als wir vor gut einem Jahr zusammen saßen und überlegt haben, wie wir stern.de auf Facebook präsentieren, war uns klar, dass wir die Redaktion anfassbar machen wollten. Daraus ist die Idee entstanden, dass unser Nachrichtenchef Dirk Benninghoff morgens einen Videobeitrag zu einem tagesaktuell wichtigen Thema macht. In meinen Videos nachmittags geht es dann meist um Themen, die im Netz diskutiert werden oder unsere Leser auf stern.de besonders interessieren. Häufig steht mir einer der Kollegen zum aktuellen Thema Rede und Antwort – auf diese Weise versuchen wir, der Redaktion auf Facebook ein Gesicht zu verleihen.”

Wie gesagt, eben nur mehr auf facebook. Denn laut Rathert hätte die Qualität der Beiträge in den stern.de-Foren stark nachgelassen: “Anonym abgegebene Kommentare, die sich nicht an ein Mindestmaß der Regeln des menschlichen Miteinanders halten, haben uns die Arbeit zunehmend erschwert.”

Dass die Menschen (in den meisten Fällen) auf facebook Klarnamen (also ihren tatsächlichen Namen) benutzen und sich nicht hinter einem Nickname verstecken, sei ein Grund für die höhere Qualität der Beiträge im Social Network.

Eine Auffassung, die ich nicht zu 100 Prozent teilen kann. Dass man bei facebook in der Auslage steht, scheinen manche zu vergessen oder es ist ihnen schlicht egal. Doch im Großen und Ganzen ist es sicher richtig.

Rathert weist auf die “damit einhergehende soziale Kontrolle” hin: “[...] jeder kann sehen, was und wie ich es geschrieben habe, zu welchen Themen ich was sage. Da will ich mir sicher sein, dazu auch stehen zu können und mich nicht zu blamieren oder dem Spott meiner Freunde auszusetzen.”

stern.de ist kein Pionier, was die Auslagerung der Online-Aktivitäten angeht. Das Männermagazin FHM drehte vor einiger Zeit kurzerhand seine komplette Website ab und ist derzeit nur mehr auf facebook aktiv.

Was ich mich frage: Was tun all diese Unternehmen, wenn es facebook irgendwann nicht mehr gibt?

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“Selektion ist ein journalistischer Wert an sich”

Eine Meldung, die schon ein paar Tage alt ist, die ich aber erst gestern gesehen habe: stern.de baut ab – und zwar die Menge an Inhalten. Das Nachrichtenportal will mehr in die Tiefe statt in die Breite gehen. Heißt im Klartext: Klarer Fokus auf einige Topthemen des Tages. Der Rest kommt entweder als Kurzmeldung auf die Seite – oder ganz einfach gar nicht.

Mut zur Lücke kann man das auch nennen. Im täglichen Kampf um Visits und Page Impressions wird stern.de das Rennen gegen die Platzhirschen wie Spiegel Online und Bild.de nicht gewinnen.

Daher konzentriert man sich auf Hintergrund, Analyse und Service. Die starke Bildsprache bleibt erhalten.

stern.de löst die bisher vorhandenen acht Ressorts auf. Künftig gibt es derer nur mehr zwei: Die beiden Groß-Ressorts Nachrichten und Wissen.

In einem Interview mit meedia erläutern Chefredakteur Frank Thomsen und Geschäftsführer Christian Hasselbring ihr Konzept. “Das Nachrichtenteam kümmert sich um alles im News-Bereich, das Wissensteam soll mit Ratgeberkompetenz, Service und Hintergrundinformationen punkten. Wie setzen auf die großen Themen, hier wollen wir die Fachkompetenzen bündeln”, sagt Thomsen.

Sicher eine mutige Entscheidung, aber aus meiner Sicht absolut begrüßenswert. Wer braucht jede Agenturmeldung x-mal auf jedem x-beliebigen Portal? Eben. Denn die Entscheidung, eine Meldung einfach wegzulassen – weil sie dem User ohnehin nur das Gefühl “hier lese ich auch nichts anderes als anderswo” gibt – ist der erste und wichtige Schritt, um vom Online-Einheitsbrei wegzukommen.

So schreibt Standard-Journalist Harald Fidler bereits vor über fünfeinhalb Jahren: “Wenn der Onlineredakteur nicht sämtliche der täglich hunderten Agenturmeldungen einfach kopiert, wählt er Nachrichten für seine Leser aus, und das ist eine zutiefst journalistische Tätigkeit. Ebenso, eine eigene Headline zu texten, einen eigenen Vorspann zu schreiben.”

Man bedenke, dass Fidlers Artikel in einer Zeit geschrieben wurde, als Onlinejournalismus das lästige Copy&Paste-Etikett anhaftete. Ein Etikett, das teilweise heute noch dranpickt.

Ähnlich wie Thomsen argumentiert der ehemalige Kurier-Chefredakteur Christoph Kotanko vor wenigen Wochen in einem Horizont-Interview (in dem er von Printredakteuren und den “anderen Kräften” spricht, dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr): “In manchen Online-Redaktionen herrscht die Meinung, dass man ein 24- Stunden-Dauerfeuer veranstalten sollte. Ich halte das, wenn ich mir im Tagesverlauf die Zugriffszahlen anschaue, für Unsinn.”

So sieht dies auch Thomsen. “Selektion ist ein journalistischer Wert an sich”, sagt der stern.de-Chefredakteur. Oder wie schreibt Jeff Jarvis? “Cover what you do best. Link to the rest.”

Wenn ich einen tollen Artikel zu einem bestimmten Thema finde, muss ich das Rad nicht neu erfinden – das wohl wichtigste Ding des WWW ist in diesem Fall der Link, mit dem ich einen interessierten Leser weiterleiten kann. Journalist sein, heißt auch, Wegweiser zu sein.

Klar ist auf jeden Fall: more of the same hilft niemandem. Weder den Online-Angeboten und schon gar nicht den Usern. Es braucht mutige Schritte wie jene von stern.de. Selbst, wenn der Hintergrund ganz einfach ein finanzieller sein sollte.

Denn geht es nach der Online-Ausgabe des Horizont, muss stern.de auch aufgrund neuer Angebote des Medienhauses selektieren. “Die Free-Inhalte von stern.de sind nur einen Klick entfernt von künftigen kostenpflichtigen Digitalangeboten, etwa dem geplanten E-Magazin des Stern und Apps auf Tablet-Geräten. Da gilt es, die Angebote quantitativ und qualitativ sauber zu trennen, damit die Gratisinhalte den Bezahlangeboten nicht die Nutzer abgraben.”

+ Deutschland: Online-Nutzungsdaten im August 2010

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Linktipp: Interview mit Spot.Us-Gründer David Cohn

Ein interessantes Interview in zwei Teilen gibt es im Blog von Ulrike Langer.

Sie hat den Gründer der US-amerikanischen Plattform Spot.Us vor Kamera und Mikrofon gebeten. David Cohn sieht sich und seine Kollegen als “Pioniere des gemeinschaftlich finanzierten Journalismus”. fluter.de bezeichnete das in San Francisco beheimatete Spot.Us im Juli 2009 als “Plattform für investigativen Lokaljournalismus”.

Die zentralen Möglichkeiten auf Spot.Us:

  • Journalisten können ein Thema, über das sie recherchieren und schreiben wollen, präsentieren – mitsamt einem Betrag, den sie für die Bearbeitung des Themas brauchen
  • Leser können für sie interessante Themen finanziell unterstützen bzw. Themen vorschlagen, über die sie gerne Beiträge lesen würden
  • Die fertigen Artikel können auf Spot.Us gelesen und von Medien gratis übernommen werden

Auch Medienunternehmen erkennen den Wert des “gemeinsamen” Journalismus. Der New York Times war etwa eine Geschichte 10.000 Dollar wert.

Anderes Beispiel – ein Gerichtsprozess in Los Angeles, von dem ein über Spot.Us finanzierter Journalist berichtete. Cohn: “Es gab viele Journalismus-Plattformen hier in der Bay Area, die über das Verfahren berichten wollten. Anstatt jeder einen eigenen Reporter hinzuschicken, haben sie sich zusammengeschlossen und über Spot.Us gemeinsam einen Reporter finanziert, der über den gesamten Prozess berichtete.”

Spot.Us will nur lokal relevante Beiträge. Nationale oder gar internationale Themen sind für Cohn nicht von Interesse. “Auf lokaler Ebene können wir am meisten bewirken”, sagt er.

Das macht natürlich Sinn. Ein einzelner Journalist/Blogger kann über Themen seiner unmittelbaren Umgebung einfacher berichten, weil er “bloß” vor die Tür gehen und die Augen öffnen muss. Umgekehrt findet er (theoretisch) leichter Menschen, die dafür bezahlen wollen, wenn es um Themen geht, die sie tatsächlich betreffen.

Ein tolles Beispiel für Lokal-Journalismus ist für mich der heddesheimblog aus der 11.500-Seelen-Gemeinde Heddesheim in Baden-Württemberg. Mit dessen Gründer Hardy Prothmann führte onlinejournalismus.de vor rund einem Jahr ein interessantes Interview – nice to read!

Der Erfolg liegt für den einzelnen Blogger und Journalisten also sicher (auch und in erster Linie) im Lokalen – im Idealfall von Locals für Locals.

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