Print vs. Online: Ist das gedruckte Wort wertvoller?

Wie Onlinejournalismus von der Print-Seite gesehen werden kann, zeigt ein Beitrag auf onlinejournalismus.de.

Ich habe einen der darin verlinkten Blogposts von Stefan Niggemeier vor ein paar Tagen schon getwittert. Die Kollegen von onlinejournalismus.de weisen im Zuge dessen auf ein Thesenpapier der “Nationalen Initiative Printmedien” hin.

Ein Auszug:

“Junge Menschen lesen heute immer weniger Zeitungen und Zeitschriften. Im Zentrum ihrer Mediennutzung stehen elektronische Angebote. Mit dieser bereits seit langem zu beobachtenden Entwicklung geht ein signifikanter Rückgang des Interesses von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an politischen und gesellschaftlichen Fragen einher. Das ist der Demokratie langfristig abträglich.”

Aha. Elektronische Angebote gefährden also die Demokratie, gedruckte Produkte sind der Heilsbringer.

Schon letzten Dezember stellte Andreas Grieß in seinem Blog “10 provokante Thesen zu gedruckten Zeitungen” auf. Eine davon:

“Dadurch, dass Printzeitungen häufig im Abo genutzt werden, verleiten sie im Gegensatz zu digitalen Medien stark dazu, sich aus nur einer Quelle (im entsprechenden Medium) zu informieren. Fast alle sehen unterschiedliche TV-Sender, kaum einer liest zwei Zeitungen.”

Wenn dem so sein sollte, wäre nicht auch dies “der Demokratie langfristig abträglich”?

Es mag verständlich sein, dass Print-Verleger ihre Felle davon schwimmen sehen. Wenig verständlich ist die Ignoranz gegenüber Online-Medien. Punkt Eins des oben angeführten Thesenpapiers:

“Zeitungen und Zeitschriften bleiben im Internetzeitalter politische Leitmedien.”

Dass auch Online-Medien diese Funktion erfüllen könnten, kommt anscheinend niemandem in den Sinn. Dabei kommt es letztlich auf die Inhalte an, nicht auf die Verpackung. Oder ist ein gedrucktes Wort wertvoller, bloß weil es gedruckt ist?

Stefan Niggemeier schreibt:

“Ich habe nicht Print-Journalismus gelernt, sondern Journalismus. Was soll das überhaupt sein, „Print-Journalismus”? Und was würde eine Ausbildung zum „Onlinejournalisten”, falls es das gibt, minderwertig machen? Dass die Texte nicht auf Papier gedruckt werden? Dass der Autor in viel stärkerem Maße erfährt, welche Resonanz seine Texte haben? Oder doch nur, dass seine Artikel nicht von Kulturstaatsministern gelesen werden, weil für die, natürlich, nur zählt, was in der Zeitung steht?”

Keine weiteren Fragen.

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2 comments

  1. hofaj

    die ganze problematik wäre keine mehr, wenn verlagshäuser rechtzeitig wege gefunden hätten, qualitativ hochwertige inhalte als paid content im internet anzubieten. so besteht immer noch ein wirtschaftlicher kampf zwischen print- und onlienredaktionen, der sich meiner meinung nach auf grund der bevorzugung von print in der miesen qualität von online-news niederschlägt!

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