ManUnited und twitter: Rechtsexperten äußern Kritik
Wie Georg Mahr bereits hier kritisierte, hat Englands Spitzenklub Manchester United das twittern von Pressekonferenzen untersagt.
Das Branchenmagazin SPONSORs zitiert nun den Sportrechtsexperten Karl Hamacher, der das Vorgehen der Red Devils kritisch beäugt. Hamacher bezeifelt, dass “ein Verein problemlos erst die Medienvertreter einladen kann und es ihnen damit gestattet, von der Pressekonferenz zu berichten, um ihnen dann zu verbieten, dies via Twitter zu tun.”
Es stehe schließlich “jedem Journalisten frei, Twitter oder andere Medien zu nutzen, um Eindrücke von einer Pressekonferenz wiederzugeben. Eventuell wäre es mit Hausrecht vereinbar, den Journalisten vorzuschreiben, erst zu einem bestimmten Termin von einer Pressekonferenz zu berichten.”
Doch, wie SPONSORs schließt, “mache das in der Praxis wenig Sinn, denn schließlich kann der Verein schon den Termin der Pressekonfernez selbst bestimmen.”
In die Kritik stimmte zuletzt auch Meedia ein: “Solange Pressekonferenzen nicht live übertragen werden, haben Meldungen via Twitter in der Tat einen unschlagbaren Geschwindigkeitsvorteil. Die Frage ist aber, warum traditionelle Medien nicht selbst Twitter nutzen, anstatt für eine zunehmend fadenscheinige Exklusivität ihrer Berichte zu kämpfen.”
“Auch juristisch könnte der Twitter-Bann angezweifelt werden. Zwar dürfen Profi-Vereine den elektronischen Medien Lizenzen verkaufen und Art und Umfang der Berichte auf diesem Weg reglementieren, ob Twitter-Updates mit diesem Argument verboten werden dürfen, ist jedoch eine offene Frage.”
Meiner Meinung nach liegt es daran, dass bei den traditionellen Medien nur sehr wenige Leute wirklich etwas mit dem Medium Twitter anfangen können. Für die ist Twitter etwas aus der fremden Welt “Web 2.0″.
Den Sinn des Twitter-Verbost bei ManU versteh ich nicht. Was macht es für einen Unterschied ob eine Meldung jetzt zuerst über Twitter oder dann 5 Minuten später über die “normalen” Medien verbreitet wird. Was wollen die Verantwortlichen damit erreichen?
Ich finde, Meedia bringt es mit diesem einen Satz recht gut auf den Punkt:
“Die Frage ist aber, warum traditionelle Medien nicht selbst Twitter nutzen…[...]“