Manchester United verbannt Twitter von seinen Pressekonferenzen. Warum?
- ein Gastkommentar von Georg Mahr –
“Manchester United today became the second EPL club to ban tweeting during press conferences. The clampdown appears to have come about on the back of TV/radio journalists complaining on the unfair advantage this gives as takes longer for their content to get out.”
Quelle: The UK Sportsnetwork
Die Tradionalisten der Medien beschweren sich also über den unfairen Vorteil, den Onlinejournalisten hätten, wenn sie Infos so schnell über ihre Kanäle schicken können. Kanäle wie Twitter. Hat also auf einmal Radio oder TV das Vorrecht auf die Erstkommunikation von Informationen?
Ich sage Nein. Jedes Medium hat seine Vor- und Nachteile. Während ein Printjournalist in seinem Artikel den Platz und die Möglichkeit hat, Hintergrundinformationen für das lesende Auge exzellent aufzubereiten, hat das Fernsehen die Möglichkeit Bewegtbilder zu senden. Im Radio kann gesprochen und diskutiert werden und in den Onlinemedien können Infos so schnell wie sonst nirgendwo verbreitet werden.
Nicht jedes dieser Medien muss also alle Aufgaben erfüllen. Es reicht, wenn man die Nische, die man hat, ausfüllen kann. Nicht jede Zeitung, nicht jeder kleine Sender muss ein Team für eine Pressekonferenz entsenden. Die Info erreicht die Menschen auch über andere Wege, denn der Kuchen ist einfach nicht groß genug für alle. Vor allem wenn auch MUTV seine Interessen hat, wie Daniel Rehn treffend bemerkt.
Der Club behindert durch das Verbot von Twitter Kommunikation. Manchester United möchte sie also nicht nur einschränken, sondern auch blockieren.
Wenn wir es nicht kontrollieren können, müssen wir es vernichten.
Das könnte in den Köpfen der Verantwortlichen herumschwirren. Es kann aber nicht funktionieren. Fast jeder Journalist hat heutzutage ein Smartphone. Hat die Möglichkeit in Sekundenbruchteilen Informationen mit der ganzen Welt zu teilen.
Soll jeder Journalist sein Smartphone, seinen Laptop am Eingang abgeben? Soll das Internet blockiert werden? WLAN- oder UMTS-Störsender? Eine Blockade kann in diesem Fall nicht funktionieren. Einzig eine Flut an Klagen wegen “Veröffentlichung von Informationen zu unpassenden Zeitpunkten” können vielleicht den ein oder anderen Journalisten einschüchtern.
Ihr merkt, wie absurd das ist.
Also liebe Red Devils aus Manchester, nutzt die neuen Medien, verbietet sie nicht. Und damit meine ich nicht, eine Facebook-Seite zu haben, um Content rauszublasen – lasst Social Media wirken, lasst los. Die Ära der papierexklusiven Medien ist vorbei. Get over it, Lads!
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