Linktipp: Interview mit Spot.Us-Gründer David Cohn
Ein interessantes Interview in zwei Teilen gibt es im Blog von Ulrike Langer.
Sie hat den Gründer der US-amerikanischen Plattform Spot.Us vor Kamera und Mikrofon gebeten. David Cohn sieht sich und seine Kollegen als “Pioniere des gemeinschaftlich finanzierten Journalismus”. fluter.de bezeichnete das in San Francisco beheimatete Spot.Us im Juli 2009 als “Plattform für investigativen Lokaljournalismus”.
Die zentralen Möglichkeiten auf Spot.Us:
- Journalisten können ein Thema, über das sie recherchieren und schreiben wollen, präsentieren – mitsamt einem Betrag, den sie für die Bearbeitung des Themas brauchen
- Leser können für sie interessante Themen finanziell unterstützen bzw. Themen vorschlagen, über die sie gerne Beiträge lesen würden
- Die fertigen Artikel können auf Spot.Us gelesen und von Medien gratis übernommen werden
Auch Medienunternehmen erkennen den Wert des “gemeinsamen” Journalismus. Der New York Times war etwa eine Geschichte 10.000 Dollar wert.
Anderes Beispiel – ein Gerichtsprozess in Los Angeles, von dem ein über Spot.Us finanzierter Journalist berichtete. Cohn: “Es gab viele Journalismus-Plattformen hier in der Bay Area, die über das Verfahren berichten wollten. Anstatt jeder einen eigenen Reporter hinzuschicken, haben sie sich zusammengeschlossen und über Spot.Us gemeinsam einen Reporter finanziert, der über den gesamten Prozess berichtete.”
Spot.Us will nur lokal relevante Beiträge. Nationale oder gar internationale Themen sind für Cohn nicht von Interesse. “Auf lokaler Ebene können wir am meisten bewirken”, sagt er.
Das macht natürlich Sinn. Ein einzelner Journalist/Blogger kann über Themen seiner unmittelbaren Umgebung einfacher berichten, weil er “bloß” vor die Tür gehen und die Augen öffnen muss. Umgekehrt findet er (theoretisch) leichter Menschen, die dafür bezahlen wollen, wenn es um Themen geht, die sie tatsächlich betreffen.
Ein tolles Beispiel für Lokal-Journalismus ist für mich der heddesheimblog aus der 11.500-Seelen-Gemeinde Heddesheim in Baden-Württemberg. Mit dessen Gründer Hardy Prothmann führte onlinejournalismus.de vor rund einem Jahr ein interessantes Interview – nice to read!
Der Erfolg liegt für den einzelnen Blogger und Journalisten also sicher (auch und in erster Linie) im Lokalen – im Idealfall von Locals für Locals.