Schiemer nimmt Hofmann aus dem Spiel – Resultat: Rapid verliert

Hans Krankl war sich vor dem Anpfiff sicher. Es würde viel “taktisiert” werden, prognostizierte der Jahrhundert-Rapidler vor Beginn des Spitzenspiels zwischen Rapid und Red Bull Salzburg.

Gespielt wurde zwar, Spitze war daran aber gar nichts. Ein müder Kick mit wenigen Chancen für beide Mannschaften. Das an diesem Nachmittag abgezocktere Team gewann 1:0.

Rapid fand eine einzige, richtige Torchance vor. Ragnvald Soma stellte dabei eindrucksvoll unter Beweis, dass er eben kein Torjäger ist und versemmelte den Ball aus kurzer Distanz.

Die Wiener bewiesen, dass das medial angestimmte Krisen-Geheul der letzten Wochen nicht gänzlich unberechtigt war. Sonntagmittag strahlte Radio Wien noch ein Interview mit Steffen Hofmann aus.

Sollte Salzburg gewinnen, wovon wir natürlich nicht ausgehen, wären sie schon ein ganzes Stück weit weg. Aber daran denken wir gar nicht. Wir wollen das Spiel gewinnen.

Von “wollen” war am Sonntag aber nicht allzu viel zu sehen. Zwar wurde die Vertragsverlängerung mit Hofmann dramaturgisch noch erstklassig kurz vor Spielbeginn verkündet – aus vier wurden nach dem Spiel drei Jahre.

Doch man merkte schon nach wenigen Augenblicken, dass Rapid nicht das spielerische Feuer entfachen konnte, wie noch aus dem Herbst oder aus den letzten Spielzeiten gewohnt. Die Stürmer? Nikica Jelavic und Rene Gartler agieren weitgehend unauffällig.

Hofmann? Der wurde von Franz Schiemer konsequent aus dem Spiel genommen, bis dieser wegen Gelb-Rot den Platz verlassen musste. Es wurde also tatsächlich “taktisiert”, denn Schiemer gibt unter Stevens normalerweise den Abräumer im defensiven Mittelfeld.

Peter Pacult nach dem Spiel: “Wir haben im Lauf der drei Spiele eindeutig zu wenig Punkte gemacht.” Zu Buche steht ein einziger von neun möglichen Zählern. Zwei Tage vor der Partie mutmaßte Pacult noch, dass die vergangenen zwei Monate Winterpause und somit sämtliche “Schulterklopfer” (O-Ton Pacult) mitschuld am holprigen Frühjahrsstart gehabt hätten.

Aus dem holprigen Start ist mehr geworden. Rapid ist knallhart in der Realität gelandet. In der Tabelle hinter Austria gerutscht, das aufstrebende Sturm Graz im Nacken.

Gefährlich: Während Rapid nächsten Sonntag nach Kapfenberg muss, haben Salzburg (gegen Magna), Austria (gegen LASK) und Sturm (gegen Ried) mit ihren Heimspielen auf dem Papier die leichteren Aufgaben.

Eine Steigerung Rapids wird vor allem im Hinblick auf das Derby am 14. März nötig sein. Und nur sechs Tage später gastieren Hofmann & Co in Graz. Bis dahin könnte das Titelrennen ein handfester Vierkampf geworden sein.

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