Bundesliga: Free-TV ist nicht der Heilsbringer

Die österreichische Bundesliga und der TV-Vertrag. Ein Thema, das uns in den nächsten Wochen noch sehr beschäftigen wird. Bis nächsten Freitag läuft die Ausschreibung im Zuge der Rechtevergabe ab der Saison 2010/2011.

Als die Vereine der Bundesliga vor einigen Wochen den bereits ausverhandelten Vertrag mit sky sport austria kippten, wurde dies unter anderem damit begründet, dass weniger Spiele im Free-TV automatisch weniger Werbewert für die verschiedenen Klubsponsoren bedeuten. Doch das stimmt nur bedingt.

“Eine generelle Aussage daher zu treffen, dass mehr Pay-TV weniger Werbewert für Sponsoren zur Folge hat, ist nicht zulässig”, schreibt Michael Fiala im Branchenblatt medianet.

So berichtet Fiala von einer Untersuchung von Sport + Markt im Auftrag von sky Deutschland. Rund 29 Prozent der Pay-TV-Konsumenten konnten sich damals “an vier oder mehr Trikotwerber erinnern”, bei den Zusehern der Sportschau (ARD) waren es lediglich 11 Prozent.

Wer sich ein Pay-TV-Abo der Deutschen Bundesliga leistet, sieht deutlich länger Fußball und kann sich daher auch besser an die Sponsoren erinnern. Das ist zwar nicht mit Zahlen zu belegen, doch liegt es auf der Hand, dass Pay-TV-Seher pauschal gesehen Fußball konzentrierter verfolgen – sie haben dafür ja auch bezahlt. (Michael Fiala, medianet)

Was Sponsoren mit ihrem Engagement in der Regel bewirken wollen – Zuseher sollen zu Kunden werden – hat also nicht zwingend damit etwas zu tun, ob nun zwölf oder 36 Spiele pro Saison im Free-TV zu sehen sind. Zur Erinnerung: in Deutschland sind es gerade mal zwei.

Dass in sämtlichen Diskussionen rund um die Rechtevergabe das simple Wörtchen “Internet” wenig bis gar nicht zur Sprache kam, zeigt, dass es für Klubs und Liga noch ein weiter Weg ist, um den idealen Medienmix zu finden.

Denn gerade mit Online-Medien und attraktiven, mobilen Inhalten ließen sich Fußballfans dort erreichen, wo sie sich gerade aufhalten. Und das wäre für Werber und Sponsoren von wohl unschlagbarem Wert.

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16 comments

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  3. j.m.

    eine gute durchmischung ist zu empfehlen, sky und eine ausführliche wöchentliche fussballsendung im free tv mit ausreichender sendezeit wäre die beste lösung, auch für sponsoren.
    und vor allem live spiele im netz werden werberelevant in zukunft.

  4. j.m.

    für sonsoren ist die reichweite relevant und die ist mit sky österreich nicht gegeben bei den paar tausend abonnenten.
    das das thema internet rechte keinen interessiert kann ich mir nicht vorstellen, ist im moment die heisseste aktie im rechtepool.

    • Michael Fiala

      @j.m.: Deine meldung zum Thema Reichweite stimmt nicht für alle Sponsoren. Ich habe in den letzten Wochen mit sehr vielen Sponsoren gesprochen. So gibt es beispielsweise Sportartikelhersteller, die sagen, dass die ORF-Seher eines Fußballmatches für sie nicht interessant ist, weil da eben auch die “alten Omas” vor dem Fernseher sitzen, weil man halt am Sonntag ORF1 schaut. Es kommt eben auf den Sponsor an: Orange wird an einer möglichst breiten Reichweite interessiert sein (=ORF), andere Sponsoren eher an spezifischen Zielgruppen (=eher Sky).

      Abgesehen davon: Was hat ein Mattersburg-Sponsor davon, einmal pro Saison in einem Live-Spiel vorzukommen? Gar nichts!

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  6. Patrick

    Wobei es da bestimmt auch Einsprüche einiger Vereine geben würde.

    Wenn 3 Spiele in der Konferenz gezeigt werden haben alle 6 Vereine (und deren Sponsoren) mehr oder weniger die gleiche Einschaltquote.

  7. Patrick

    Genau, (noch) teurer.

    Will man Fussball sehn zahlt man bei Sky mindestens 26,90€.
    Das is imho zu teuer, dafür dass man oft “seine” Mannschaft nur in der Konferenz sieht.
    Inklusive unqualifizierte, parteiische Kommentatoren. ;)

  8. Patrick

    Sky sollte erstmal schaun dass sie für alle empfangbar sind.
    Viele Leute in z.B. Wien haben keinen Zugang zu Sat-TV.

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