Maierhofer zu Wolverhampton: wie aus einem britischen Rufton eine Story wird
Manchmal braucht man im Beruf einfach ein bisschen Glück und Zufälle ergeben im Journalismus eine gute Geschichte.
Früher Montagnachmittag. Beim üblichen Scannen der nationalen und internationalen Medien fällt eine erneute Meldung in der Daily Mail über den möglichen Wechsel von Stefan Maierhofer zu Wolverhampton auf.
Link flugs kopiert und in einem Mail mit dem Betreff “Weltfrieden” an den Kollegen im Nebenzimmer geschickt.
Antwort: “Wollen wir Ali (Alfred Hörtnagl, Anm.) anrufen?”
Kollege probiert es zunächst mal bei Maierhofer himself. Das Klingeln verrät: der “Lange” ist nicht im Lande. Jeder, der schon mal eine Nummer in England angerufen hat, kennt das markante Läuten. “Der ist in England, jede Wette. Außer, er hat am Donnerstag sein Handy in Birmingham vergessen.”
Alfred Hörtnagls Mobiltelefon ist zu diesem Zeitpunkt abgeschaltet.
Wir probieren es bei Maierhofers Manager Serafino Luzzi. Unnötig zu erwähnen, dass schon alleine das Klingelzeichen verrät, dass sich der Deutsche ebenfalls in Großbritannien aufhält. Er hebt nicht ab, ruft aber prompt zurück. Vielleicht vermutete er bei einer Wiener Nummer einen Rapid-Verantwortlichen am anderen Ende der Leitung. Denn mit der Presse will der Manager jetzt gerade gar nicht sprechen.
- “Tut mir leid, ich habe jetzt gar keine Zeit, ich bin in einem Meeting.”
- “Auch nicht zehn Sekunden?”
- “Nein, auch nicht zehn Sekunden.”
Kurze Überlegung: was tun? Meldung, dass Maierhofer in England weilt, online stellen oder weitere Gesprächspartner suchen – nur welche? Die Bereitschaft, über mögliche Transfers zu sprechen, ist bei den maßgeblichen Personen knapp zehn Stunden vor Transferschluss enden wollend.
Aus Hütteldorf hören wir dann doch (nicht von Hörtnagl): es ist etwas im Busch.
Wir entscheiden uns für: Maierhofer in England.

Hoffentlich hält die Meldung. Wir checken die Bildagenturen, ob nicht am Ende doch Fotos eines quietschvergnügten Stefan Maierhofer auftauchen, der gerade im ÖFB-Hotel in Bad Tatzmannsdorf eincheckt.
Die Angst ist unbegründet. ÖFB-Pressesprecher Peter Klinglmüller erklärt uns, dass Maierhofer noch nicht bei der Nationalmannschaft sei und erst am Dienstag anreisen müsse.
Die Konkurrenz verwendet zu diesem Zeitpunkt das gleiche Aufmacherbild, titelt Maierhofer stellt den Frieden wieder her. Der Lange sei “wieder am Weg zurück”. Auch gut. Nach einiger Zeit meldet man, dass “der Transfer tatsächlich über die Bühne gehen” könne. Das ist nun mäßig sensationell. Grundsätzlich und theoretisch könnte wohl jeder Transfer der Welt über die Bühne gehen. Immerhin weiß man nun auch schon von Dietmar Constantinis Sondergenehmigung für Maierhofer.

In einer APA-OTS-Aussendung berichtet die Tageszeitung Österreich von Maierhofers Wechsel und verweist auf die (logischerweise noch nicht erschienene) Dienstag-Ausgabes des Blattes.
Die APA selbst gibt sich diplomatisch und vermeldet zunächst: Fußball: Medien: Rapidler Maierhofer wechselt zu Wolverhampton.
Um 18:16 Uhr meldet der SK Rapid auf seiner Website: Stürmerwechsel bei Rapid.
Maierhofer geht, Salihi kommt.
Maierhofer selbst schreibt um 19 Uhr auf seiner Facebook-Seite:
Wechsel nach Wolverhampton ist fix!! Mit der Premiere [sic!] League geht ein Traum in Erfüllung!!!
Na bitte! Wir wünschen Stefan Maierhofer alles Gute.
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