“Mitzi, schau kurz weg”
Das 290. Wiener Derby ist Geschichte – und endete zum gefühlten 250. Mal Unentschieden. Vor, während und nach dem Spiel drängten sich die Fans beider Teams ins Rampenlicht. Mit Choreographien, wie sie einem der ältesten Derbys würdig und recht sind – und mit Pyrotechnik samt einem Gruß an die Innenministerin.
“Mitzi, schau kurz weg” ließen die Rapid-Fans transparent wissen und zündeten dahinter eine Vielzahl an Bengalischen Fackeln. Der Hintergrund des Spruchbandes, das für einige Lacher auf der Tribüne sorgte, ist eigentlich ein ernster.
Ab dem Jahr 2010 soll, wenn es nach Maria Fekter geht, Pyrotechnik in und um Stadien verboten werden. Fekter argumentierte vor einigen Wochen sinngemäß, dass dieser Schritt aufgrund steigender Gewalt nötig sei.
Was Gewaltdelikte mit Pyrotechnik zu tun haben, wurde nicht näher erläutert.
Der lichterlohe Spuk, der sich irgendwann vor etwas mehr als 20 Jahren aus Italien seinen Weg nach Österreich gebahnt hat, war nach ein, zwei Minuten genauso schnell wieder vorbei, wie er da war. Danach wurde auf beiden Seiten weiter supported.
Und wo ist jetzt das Problem, Frau Fekter?
—
Nachtrag, Sonntag, 23:36 Uhr: sowohl beim Derbymarsch der Rapid-Fans als auch im Auswärts-Block verletzten sich durch den sinnlosen Einsatz von Böllern einige Anhänger, aber auch ein Ballbub, der vor der Westtribüne stand. Wasser auf die Mühlen der Pro-Fekter-Anti-Pyro-Fraktion – in diesem Fall leider zurecht. Böller sind und bleiben einfach gefährlich.
es wurde kein böller von der west geworfen ! und das mit dem balljungen wäre mir auch nicht aufgefallen!
zum Thema Pyro: Mein Argument wurde hier schon gebracht! Jemand der bengalen in einem Fußballstadion zündet ist kriminell und gefährdet andere! zündet man sie in Kitzbühel bist du ein stimmungsmacher und verschönerst das ganze! Also Frau Fekter : Pyro gehört zu uns und wir lassen uns das von niemanden verbieten!
ich finde den einsatz von pyro sehr gut. viele supporter beneiden uns in österreich mittlerweile wegen der guten stimmung in den stadien und den tollen choreographien.
wir haben sonst nicht viel, worum uns europa beneidet und daß wenige will eine politikerin, die davon wahrscheinlich genausoviel ahnung hat wie ich von atomwissenschaft per gesetz verbieten.
bitte den stock aus dem a…. nehmen und leben geniessen
bengalen, die in den fanblocks in den händen von leuten sind die damit auch umzugehen wissen, sind ein wesentlicher beitrag zur stimmung bei einem match.
leider beginnt jetzt auch schon der orf (insbesondere herr polzer) den einsatz von pyrotechnik schlechtzureden.
(sind dann aber doch die bilder, die in den trailern gezeigt werden, gell?)
Nicht zu vergessen, dass die gleichen Dinger in Schladming und Kitzbühel einfach nur bärig sind.
wir scheissen auf das gesetz mfg
Vielen Dank – und Respekt.
Möge die Frau Minister ebenso einsichtig sein.
Mit freundlichem Gruß, Alfred Terschak
Als Fußballfan – auch wenn schon gesetzteren Alters – finde ich Ihren Artikel gut. Ich finde, dass Pyrotechnik die Stimmung durchaus unterstützt, das funktioniert auch bei Skirennen.
Was mich enttäuscht, dass Sie nicht ausreichend unterscheiden, nämlich zwischen Pyro und Böller. Böller (vor allem die neuen Modelle aus dem Osten) gehören generell verboten – nicht nur im Fußballstadion, auch am Silvesterpfad.
Falls Sie – im Gegensatz zur Frau Minister – den Unterschied doch erkennen, ist es nur leider nicht ausreichend gut rübergekommen. Denn genau um den Unterschied geht es aber.
Mit freundlichem Gruß, Alfred Terschak
Hallo Herr Terschak,
vielen Dank fürs Vorbeischauen und Ihren Kommentar.
Selbstverständlich muss man zwischen z. B. Bengalen und Böllern unterscheiden. Tatsächlich kam das im Artikel nicht richtig rüber, was ich soeben geändert habe.
Beste Grüße, Christoph Luke